Schimmel kündigt sich nicht immer mit einem dunklen Fleck an. Oft sind es unauffällige Hinweise – ein Geruch, eine feuchte Ecke –, die auf ein Problem deuten. Diese Seite hilft, die Anzeichen richtig zu deuten. Den Überblick über Messung und Bewertung gibt die Seite Erkennen & Bewerten.
Sichtbarer Befall
Punkt- oder fleckenförmige Beläge, oft in Ecken, an Fensterlaibungen, hinter Möbeln oder in Fugen, sind das eindeutigste Anzeichen. Ist Schimmel sichtbar, ist laut UBA-Leitfaden eine Messung zur Frage „liegt überhaupt Schimmel vor?“ meist gar nicht nötig – der Befall sollte fachgerecht bewertet und beseitigt werden. Wichtig: Der sichtbare Anteil ist häufig nur ein Bruchteil des tatsächlichen Umfangs.
Verdeckter Befall
Schimmel wächst oft im Verborgenen – in Wandaufbauten, hinter Vorsatzschalen, unter Estrich, Dämmung oder Bodenbelägen. Verdeckter Befall kann deutlich mehr Biomasse enthalten als der sichtbare Anteil und ist einer der Hauptgründe für eine fachkundige Untersuchung. Hinweise darauf sind unter anderem ein muffiger Geruch ohne sichtbare Quelle sowie wiederkehrende Feuchtespuren.
Geruch (MVOC)
Ein typisch modrig-erdiger, muffiger Geruch entsteht durch mikrobielle flüchtige organische Verbindungen (MVOC) – Stoffwechselprodukte aktiv wachsender Schimmelpilze. Ein solcher Geruch, besonders ohne sichtbaren Befund, ist ein ernstzunehmendes Indiz für verdeckten Befall. Ein Beweis für Ort und Ausmaß ist er nicht: Die messtechnische MVOC-Bestimmung in der Innenraumluft hat sich nach dem UBA-Leitfaden bislang nicht allgemein bewährt.
Feuchtespuren
Feuchteränder, Stockflecken, sich lösende Tapete, abplatzende Farbe oder weiße Salzausblühungen deuten auf ein Feuchteproblem hin – die Voraussetzung für Schimmel. Für Wachstum genügt bereits eine Oberflächenfeuchte von etwa 70–80 %; sichtbares Wasser muss nicht vorliegen. Solche Spuren sind ein Anlass, der Ursache nachzugehen, bevor Schimmel sichtbar wird.
Dunkle oder farbige Flecken · muffiger, „kellriger“ Geruch · feuchte, kalte Ecken oder Wände · sich lösende Tapete/Farbe · wiederkehrendes Kondensat an Fenstern. Treffen mehrere Punkte zu, lohnt eine fachkundige Bewertung.
Gerade verdeckter Befall und Geruch ohne sichtbare Quelle lassen sich aus der Ferne nicht beurteilen. Ort, Ausmaß und Ursache klärt erst die Untersuchung vor Ort – mit Feuchtemessung und, wo nötig, Probenahme, beweissicher dokumentiert.
Anzeichen bemerkt? Wir gehen dem nach.
Für Hannover, Niedersachsen, Bremen und Hamburg.
Ortstermin anfragenWeiter im Silo: Messverfahren & Probenahme · Erkennen & Bewerten (Übersicht) · Taupunkt & Wärmebrücken
Häufige Fragen
Ich rieche Schimmel, sehe aber nichts – was tun?
Ein muffiger Geruch ohne sichtbaren Befund ist ein ernstzunehmender Hinweis auf verdeckten Befall. Dem sollte fachkundig nachgegangen werden, denn Ort und Ausmaß lassen sich nur vor Ort klären. Die MVOC-Messung allein liefert dafür keine verlässliche Antwort.
Sind Salzausblühungen dasselbe wie Schimmel?
Nein. Weiße, kristalline Ausblühungen sind Bausalze, die bei Durchfeuchtung an die Oberfläche treten. Sie sind aber ein Hinweis auf ein Feuchteproblem – und Feuchte ist die Voraussetzung für Schimmel.
Quellen & weiterführende Literatur
- Umweltbundesamt (UBA): „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden“. 2017, aktualisierte Fassung 2024.
Es gelten jeweils die aktuellen Fassungen der genannten Quellen. Gesundheitliche Aussagen dienen der Einordnung und ersetzen keine medizinische Beratung.