Schimmelsporen sind ein natürlicher Teil der Luft, die wir atmen. Ein gewisser Gehalt im Innenraum ist deshalb völlig normal. Um einen echten Befall zu erkennen, muss man wissen, woher die Sporen kommen – und warum der Vergleich zwischen innen und außen so wichtig ist.

Die meisten Sporen kommen von draußen

Ein großer Teil der Sporen in der Innenraumluft stammt aus der Außenluft und gelangt über Fenster, Türen, Kleidung und Schuhe herein. Draußen sind Schimmelpilze allgegenwärtig – an Kompost, Laub, Blumenerde und verrottendem Pflanzenmaterial. Ein Nachweis von Sporen im Innenraum ist deshalb für sich genommen noch kein Beweis für ein Problem; entscheidend ist, ob eine Innenraumquelle die Luft zusätzlich belastet.

Jahreszeit macht einen Unterschied

Die Sporenbelastung der Außenluft schwankt stark mit Wetter und Jahreszeit. Typische Außenluftpilze wie Cladosporium und Alternaria haben ihr Maximum im Sommer. In den Wintermonaten sinkt die Außenkonzentration – dann treten innenraumbürtige Gattungen wie Aspergillus und Penicillium relativ stärker hervor. Diese Dynamik ist einer der Gründe, warum Luftmessungen immer mit einer zeitgleichen Außenmessung verglichen werden müssen.

🔬 Fakten-Kasten: Der Innen-Außen-Vergleich

Bei einer Luftmessung wird parallel die Außenluft (oder ein unauffälliger Referenzraum) gemessen. Erst der Vergleich zeigt, ob eine erhöhte Innenraumkonzentration auf eine eigene Quelle hindeutet oder nur die schwankende Außenluft widerspiegelt. Eine einzelne Zahl ohne diesen Bezug ist nicht aussagekräftig.

Quelle: Umweltbundesamt, „Schimmelleitfaden“ (2017, akt. 2024).

Wie sich ein Befall im Raum ausbreitet

Ist eine feuchte Quelle im Raum aktiv, bildet der Pilz dort laufend neue Sporen, die über die Luft verteilt werden und weitere feuchte Stellen besiedeln können. Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur den sichtbaren Fleck zu behandeln, sondern die Quelle zu finden und abzustellen – sonst kehrt der Befall zurück oder verlagert sich.

Warum eine Ferndiagnose nicht ausreicht

Ob eine Innenraumquelle vorliegt, lässt sich seriös nur mit einer fachgerechten Luftmessung samt Außenvergleich und dem Befund vor Ort beurteilen. Aus einer Beschreibung oder einem einzelnen Messwert ohne Kontext folgt keine belastbare Aussage.

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Häufige Fragen

Ist es normal, dass Schimmelsporen in der Wohnung sind?

Ja. Ein gewisser Sporengehalt in der Innenraumluft ist normal, weil die meisten Sporen aus der Außenluft stammen. Problematisch ist erst eine aktive Innenraumquelle, die die Luft zusätzlich belastet.

Warum wird bei einer Messung draußen mitgemessen?

Weil die Außenluft je nach Jahreszeit und Wetter stark schwankt. Nur der Vergleich zwischen innen und außen zeigt, ob eine erhöhte Innenraumkonzentration auf eine eigene Quelle hindeutet.

Warum tritt Schimmel im Winter scheinbar häufiger auf?

Im Winter ist die Außenluft sporenärmer, während gleichzeitig innen mehr geheizt und oft weniger gelüftet wird und kühle Wandflächen leichter feucht werden. Innenraumbürtige Gattungen treten dann relativ stärker hervor.

Quellen & weiterführende Literatur

  1. Umweltbundesamt (UBA): „Leitfaden zur Vorbeugung, Erfassung und Sanierung von Schimmelbefall in Gebäuden“. 2017, aktualisierte Fassung 2024.
  2. Robert-Koch-Institut (RKI): „Schimmelpilzbelastung in Innenräumen“, Bundesgesundheitsblatt 2007 (Außenluft-/Saisonalität).

Es gelten jeweils die aktuellen Fassungen der genannten Quellen. Gesundheitliche Aussagen dienen der Einordnung und ersetzen keine medizinische Beratung.